Mirabellen-Teriyaki-Soße selber machen
Wir haben eine riesige Menge Mirabellen und wissen nicht, wohin damit. Deshalb heben wir sie erstmal entkernt und das Mus in 1-Liter-Gläser eingekocht, um es später zu Mirabellen-Marmelade oder Soßen zu verarbeiten.
Ich habe mich für eine Variante der Teriyaki-Soße entschieden, einer japanischen Glanzsoße, die man zum Grillen von Fleisch oder Fisch verwendet. Der Name leitet sich von teri (Glanz) und yaku (grillen, braten) ab. Hier zeige ich Euch mein Rezept für eine leckere, haltbare Mirabellen-Teriyaki-Soße und wie Ihr sie verwenden könnt.
Teriyaki-Sauce mit Mirabellen selber machen
Meine Teriyaki-Sauce mit Mirabellen ist natürlich keine klassische japanische Teriyaki-Sauce, die nur aus vier Zutaten besteht: aus Sojasauce, Sake, Mirin und Zucker. Meine Variante erfüllt aber denselben Zweck und hat einen tollen fruchtig-würzigen Geschmack. Sie ist dickflüssig und glänzt schon beim Kochen. Traditionell werden damit Hühnerschenkel beim Braten bestrichen. Ihr könnt sie zum Karamellisieren und Marinieren von Fisch, Fleisch, Tofu und Gemüse verwenden, für Bowls und als Wok-Sauce z. B. für Nudeln oder als leckeren Dip zu Frühlingsrollen und im Dressing für asiatische Salate. So geht’s:
Zutaten
- ca. 1100 g Mirabellen-Mus
- ca. 450-550 g Zucker nach Belieben
- 250 ml Sojasauce
- 70 g Ingwer, frisch, gehackt
- 5 Zehen Knoblauch, fein gehackt
- 2 EL Sesamöl, geröstet
- 0,5-1 TL Chiliflocken optional
Zubereitung
Mirabellen-Mus mit Zucker, Ingwer, Knoblauch und Sojasoße in einen Topf füllen, umrühren und aufkochen.
10-15 Minuten köcheln lassen, bis Knoblauch und Ingwer weich sind.
Abschmecken und je nach Geschmack etwas Salz und Chili zufügen.
Das Ganze pürieren, geröstetes Sesamöl zugeben und nochmals ordentlich erhitzen.
Mithilfe eines Trichters heiß in Flaschen abfüllen und sofort verschließen.
Die Soße ist verschlossen ein bis zwei Jahre oder auch länger bei Raumtemperatur haltbar, wenn das Vakuum intakt ist. Sobald wir die Flasche geöffnet haben, muss sie im Kühlschrank gelagert werden.
Tipps und Tricks
Zucker: Ich habe 1 Teil Zucker und 2 Teile Mirabellen-Mus verwendet, weil es recht sauer war. Das entspricht einer normalen 2:1 Marmelade. Ihr könnt nach Geschmack mehr oder weniger Zucker verwenden, auch Honig oder Zucker-Alternativen, das beeinflusst die Haltbarkeit beim Heißabfüllen nicht.
Botulismus: Da der größte Teil aus Obst besteht, haben wir kein Problem mit Botulismus. Der Säuregehalt ist hoch genug, auch wenn wir die Menge an Knoblauch, Ingwer, Sojasoße und Zucker verändern.
Geschmack: Die fruchtig-süße Soße erhält durch etwas Salz mehr Tiefe. Und mit der Zugabe von Mirin kitzeln wir noch etwas mehr Umami heraus.
Welche Gläser und Flaschen eignen sich für Mirabellen-Teriyaki-Soße?
Für das Mirabellen-Mus empfehle ich Euch ein Einmachglas mit ca. 1 Liter Volumen wie das Rundglas 1062 ml. Für die Mirabellen-Teriyaki-Sauce ist die Weithalsflasche 250 ml ideal. Zum Abfüllen habe ich einen kleinen Trick angewendet. Da ich keinen passenden Trichter für die TO 38-Mündung hatte, habe ich meinen Gewürztrichter genommen und einfach einen zweiten Trichter für TO 43-Mündungen wie z. B. den Multitrichter 6,7 cm reingesteckt. Das Abfüllen ging schnell und ohne, dass etwas daneben kleckerte.
Fragen und Antworten
Zuschauer: Heißt das, ich kann einmal Eingekochtes noch mal einkochen?
Steffi: Ja das kann man, und das geht sogar gut. Ich bin auch sehr froh darüber, denn wenn man sich bei einer großen Obstschwemme sofort entscheiden muss, was man damit macht, ist das wirklich sehr stressig.
Vielen Dank für das tolle Rezept. Musste ich natürlich sofort ausprobieren! Ich habe allerdings Zwetschgen genommen und weil diese schon recht süß waren, dafür weniger Zucker. In etwa 300 g. Die Sauce ist so lecker geworden. Super!
Toll, dass das Rezept auch mit Zwetschgen so gut funktioniert hat! Die sind ja eng miteinander verwandt.
Natürlich freue ich mich auch über die Schwemme an Mirabellen, Kirschpflaumen und anderen Wildfrüchten in diesem Jahr. Marmelade haben wir auch genug. Ich mache Pflaumengrillsauce (so wie Du schon lange), Kirschpflaumenketchup und Mirabellensauce. Die Zutaten sind alle ähnlich. Man kann sich da richtig austoben. Chutneys sind auch eine super Idee, die Obstmengen zu verarbeiten. Und es ist immer ein tolles Geschenk.
Das hört sich wunderbar an! Vielen Dank fürs Teilen, ich hoffe, diesen Tipp holen sich viele ab.
Du sprichst mir aus der Seele. Obwohl ich immer viel Marmelade verschenke, könnten wir glatt ohne Neuproduktion noch lange überleben. Da kommt doch diese Teriyakisauce gerade recht. Mirin werde ich auf jeden Fall verwenden, der steht bei mir in der Küche. Und gehört an Dein Kohlrabi-Carpaccio. Ich könnte mir dieses Mirabellenmus auch gut vorstellen, wenn es gepinselt auf einem vorgebackenen Mürbeteigboden zum Einsatz kommt. Oder angedickt als Zwischenschicht in Torten. Zur Eisproduktion usw. Und die Teriyakisauce: Nicht nur zu Frühlingsrollen, sondern den Teig mal damit einpinseln. Oder etwas zum asiatischen Gurkensalat. Also Verwendungsmöglichkeiten gibt es massig.
Was für tolle Ideen! Und ich freue mich, wenn ich etwas beitragen kann, Deinen ohnehin großen Einfallsreichtum noch zu beflügeln!
Die Mirabellenpulpe kann man super zur Weinherstellung nutzen. Wenn man den Zuckergehalt anpasst, entsteht ein superleckerer Likörwein und man ist alle Mirabellenpulpe auf einmal los.
Das ist eine super Idee!