Nudeln haltbar als Kühlkonserve
Hier zeige ich Euch, wie Ihr Nudeln ganz einfach als Kühlkonserve haltbar macht und auf diese Weise innerhalb weniger Minuten ein tolles Essen auf den Tisch bringen könnt. Ob pur als Beilage oder als komplettes Gericht wie Spaghetti Bolognese oder Nudelauflauf - im Glas zubereitet und mit meiner selbst entwickelten Methode konserviert, habt Ihr immer einen tollen Meal Prep-Vorrat, auf den Ihr jederzeit zurückgreifen könnt.
Kühlkonserven sind perfekt für Mahlzeiten, die man zur Arbeit mitnehmen oder nach der Arbeit schnell genießen möchte. Sie sind im Kühlschrank mindestens vier Wochen haltbar, oft sogar länger.
Inhaltsverzeichnis
Fertige Nudeln vier Wochen haltbar
Nudeln sind schnell gekocht, aber trotzdem greifen viele zu hochverarbeiteten Instant-Nudeln, um noch schneller zu ihrem Essen zu kommen. Als Kühlkonserve haltbar gemacht, geht es genauso schnell. Außerdem sind sie viel gesünder und kein bisschen matschig. Das geht natürlich mit jeder Nudelsorte, auch mit Vollkornnudeln, rote Linsennudeln oder Kichererbsennudeln. Der wichtigste Punkt bei dieser Technik ist, dass wir bei der Zubereitung die Kerntemperatur erreichen: entweder 1 Minute 100 °C, 3 Minuten 95 °C oder 10 Minuten 90 °C. Die haben wir bei Nudeln in jedem Fall, denn wenn sie gar sind, haben wir die Kerntemperatur bereits erreicht. Füllen wir sie in Gläser ab, darf die Temperatur nicht unter 80 °C fallen.
Ich zeige Euch hier 3 Methoden, wie Ihr Nudeln als Kühlkonserve haltbar machen könnt:
1. Methode: Gekochte Nudeln ohne Flüssigkeit im Glas haltbar machen
Nudeln wie gewohnt kochen, bis sie al dente sind oder besser ein bisschen davor.
Dann die Nudeln mit einer Schöpfkelle oder Zange aus dem Topf holen, abtropfen lassen, mithilfe eines Trichters ins Glas füllen und sofort verschließen. Bei mehreren Gläsern immer erst ein Glas verschließen und dann ein neues befüllen, um die benötigte Kerntemperatur von 80 °C im Glas zu gewährleisten.
Die Gläser abkühlen lassen und innerhalb von 6 Stunden, besser kürzer, in den Kühlschrank stellen.
Tipp: Wenn man die Nudeln verwenden möchte, sind sie manchmal etwas ‘störrisch’, wenn sie aus dem Glas kommen. Übergießt man sie mit heißem Wasser oder gibt sie in eine heiße Soße, sind sie, als hätte man sie gerade gekocht - und kein bisschen matschig.
2. Methode: Nudeln in Brühe als Kühlkonserve vorbereiten
Diese Methode finde ich noch besser, weil die Nudeln in Brühe gekocht werden und so schon voraromatisiert sind.
Die Zubereitung ist ähnlich wie bei der 1. Methode, nur dass wir die Nudeln 1 bis 2 Minuten, bevor sie gar sind, aus der Brühe nehmen und in die Gläser füllen. Außerdem übergießen wir sie noch mit etwas stärkehaltiger heißer Brühe und verschließen die Gläser.
Gläser abkühlen lassen und innerhalb von maximal 6 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Vorteil: Die Nudeln verkleben nicht. Ich empfehle, die Nudeln zum Verzehr durch ein Sieb in einen Topf abzugießen und die Brühe nochmal aufzukochen. Man kann sie nach Wunsch mit Tomatenmark oder Fleisch mischen oder eine leckere Soße daraus machen und am Ende die Nudeln dazugeben. Dann hat man sofort ein leckeres Essen und die Nudeln sind al dente.
3. Methode: Komplettes Nudelgericht als Kühlkonserve im Glas
Bei dieser Methode füllt man das fertige Gericht komplett ins Glas, z. B. Spaghetti Bolognese.
Man bereitet die Bolognese-Soße zu, gibt die gegarten, Nudeln dazu, kocht das Ganze noch einmal richtig auf, füllt es heiß ins Glas und verschließt es.
Innerhalb der nächsten 4-6 Stunden kommen die abgekühlten Gläser in den Kühlschrank.
Nudelauflauf haltbar im Glas
Der Vorteil meiner Konservierungsmethode im Gegensatz zum üblichen Einkochen ist, dass das Essen nicht zerkocht wird. Denn wir machen es an dem Punkt haltbar, wo es genau richtig ist. Wenn wir es dann erhitzen, haben wir eine nahezu frische Mahlzeit. Im Gegensatz zu Eingefrorenem können wir die Kühlkonserve sofort erwärmen, wenn wir sie aus dem Kühlschrank nehmen, und müssen sie nicht erst noch auftauen. Der größte Vorteil ist aber, dass wir bei der Kühlkonserve alles verwenden können, was wir wollen.
Den Nudelauflauf habe ich auf zweierlei Arten gemacht. Bei der 1. Version habe ich 250 g Nudeln und 250 g zerkleinertes Gemüse mit 500 ml Milch und Gewürzen gekocht, bevor sie in die Gläser und in den Ofen kamen. Das ist aber gar nicht nötig, wie ich bei der 2. Version festgestellt habe. Hier habe ich nichts vorgekocht und die Zutaten, so wie sie sind, ins Glas gefüllt. Denn wenn trockene Nudeln mit Flüssigkeit bedeckt sind und für 40 Minuten in den Ofen kommen, erzielt man ein super Ergebnis und erspart sich viel Arbeit.
Zutaten (pro Glas)
- 50 g kleine Nudeln (ungekocht)
- 25 g gewürfelten Schafskäse
- 20 g Schinkenwürfel
- Frühlingszwiebeln nach Bedarf
- Tomaten-Sahne-Soße
- geriebener Käse
Flache Gläser mit einer breiten Mündung eignen sich sehr gut dafür, weil sie sich leicht befüllen lassen und man den Inhalt direkt daraus löffeln kann. Die ideale Füllmenge für eine Portion sind 400–500 ml.
Zubereitung
Den Ofen auf 180 °C vorheizen, Blech herausnehmen und saubere Gläser bereitstellen.
Nudeln, Schafskäse, Schinkenwürfel und Frühlingszwiebeln nacheinander in die Gläser geben. Mit Tomaten-Sahne-Soße auffüllen und zum Schluss geriebenen Käse draufgeben.
Die Gläser ohne Deckel in den Ofen stellen und 35–40 Minuten backen, bis der Käse schön gebräunt ist. Nach dem Backen die Gläser mit zuvor in warmes Wasser gelegten, feuchten Deckeln verschließen und abkühlen lassen.
Innerhalb von 4–6 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Allgemeines Verhältnis der Zutaten:
- Ein Achtel des Glasvolumens sollte mit Nudeln abgedeckt sein. Für ein 400-ml-Glas also etwa 50 g Nudeln.
- Zusätzliche Zutaten: Gleiches Gewicht wie Nudeln, z. B. Gemüse, Schinken, Käse.
- Mit einer Soße auffüllen, mit Käse bedecken und das Ganze bei 180 °C im Ofen 35–40 Minuten backen.
Weitere Tipps zur Herstellung einer Kühlkonserve findet Ihr hier: Die Kühlkonserve
Fragen und Antworten
Zuschauer: Ich habe Mandelmilchreis mit Apfelkompott und Thaicurry mit Basmatireis so gemacht. Habe mich exakt an die Vorgaben gehalten und nach vier Stunden in den Kühlschrank gestellt. Bis jetzt ist alles gut. Ist Reis dennoch gefährlich? Bringt es etwas, ihn nach 24 Std. nochmals auf 100 °C zu erhitzen, damit die möglichen Sporen kaputt sind? Dann wird er vermutlich matschig.
Steffi: Bei dieser Methode geht es nicht darum alle Sporen abzutöten. Tatsächlich bleiben einige übrig. Sie sind aber bei Kälte inaktiv. Daher das schnelle Herunterkühlen und die Lagerung im Kühlschrank. Selbst wenn Du das 120 Minuten bei 100 °C einkochen würdest, würde der Inhalt nach wenigen Wochen im Kühlschrank sauer werden und nicht mehr schmecken. Das liegt daran, dass bei dieser Methode Inhalte erlaubt sind, die chemisch oder enzymatisch miteinander reagieren und so die Haltbarkeit begrenzen. Du kannst das natürlich nochmals erhitzen, aber die Haltbarkeit wird dadurch nicht verlängert. Es wird immer sauer werden.
Kühlzeitverkürzung mache ich immer, indem ich die Gläser in ein kaltes Wasserbad in meinen Abwasch stelle. Das geht sehr gut und ist schnell kalt, wenn zwischenzeitlich ein Kaltwasserwechsel gemacht wird.
Das ist super! Je schneller kühl, desto besser.
Vielen Dank für dieses Rezept Steffi, es bringt mich auf die Idee, dass ich direkt auch meine Gemüsesuppen und Eintöpfe mit oder ohne Fleischeinlage direkt im Glas koche und zugleich auch die Zutaten variieren kann, wie man es beim Sous Vide macht, müsste doch allemal auch im Glas funktionieren, oder? Und egal, ob im Backofen oder Mikrowelle.
Ja, das wird klappen. Aber beim Kochen den Deckel nicht draufmachen. Erst, wenn die Gerichte fertig sind.
Schönes einfaches Rezept für die schnelle Küche, vielen Dank dafür. Funktioniert das auch mit WECK-Gläsern und ziehen die dann auch Vakuum, wenn ich sie verschließe und Klammern draufmache? Oder müssen die anders behandelt werden?
Da das Halten der Temperatur ganz wichtig ist, kann der Glasdeckel manchmal zum Problem führen (er ist zu kalt). Ich würde empfehlen, das Glas dann nach dem Verschließen noch einmal für 20–30 Minuten bei 100 °C nachzupasteurisieren. Dann gibt es auf keinen Fall ein Problem.
Woran erkennt man, dass es zu lange aufbewahrt wurde?
Wenn man sich genau an die Anleitung hält, ist es ungefährlich. Man erkennt am sauren Geruch und Geschmack, dass es verdorben ist.