Bärlauchblüten einlegen
Die Saison von Bärlauch ist kurz: Bevor er im Mai zu blühen beginnt, sollte man die grünen Blätter ernten. Denn nach der Blütezeit verlieren sie an Aroma und der ganze Geschmack geht in die Blüten. Daher habe ich mir gedacht, statt der Blätter doch einmal die Bärlauchblüten zu verarbeiten und den Geschmack des Frühlings so zu konservieren.
Wie ich das gemacht habe, erfahrt Ihr hier.
Eingelegte Bärlauchblüten
Viele wissen nicht, dass man die Blüten vom Bärlauch essen kann. Roh ist der typische Knoblauchgeschmack etwas feiner als bei den Blättern, und man hat beim Zerkauen der kleinen ‘Knubbelchen’, die an den Blütenblättern sitzen (technischer Begriff: unreife Samenstände oder Fruchtansätze), dieses lustige Knackgefühl im Mund. Da ich meinem Ruf als Konservierungstechnikerin nachkommen muss, entschied ich mich fürs Einlegen.
Zubereitung
Einlege-Sud aus 1 Teil Essig und 1 Teil Wasser in einem Topf mit Salz und Zucker nach Geschmack vermischen und aufkochen. Wer möchte, kann noch andere Gewürze zufügen.
Dann die Bärlauchblüten ins kochende Wasser schütten und nochmals aufkochen.
Die Bärlauchblüten ins Glas füllen, heißen Essigsud darüber gießen und verschließen.
Dieser Bärlauchblüten-Salat ist durch die unterschiedliche Struktur der Blüten sehr speziell: Durch den Mix aus festeren und weicheren Blättern, den ‘Knubbelchen’ und kleinen Stängeln hat er eine interessante Konsistenz mit einem feinen Knoblauchgeschmack. Man kann ihn z. B. zu Käse und auf dem Brot essen, zum Dekorieren verwenden oder pur aus dem Glas genießen.
Bärlauchblüten-'Knubbel' separat verarbeiten
Ich konnte es nicht lassen: Diese kleinen grünen Bällchen (Fruchtstände) in den Blüten hatten es mir so angetan, dass ich sie separat einlegen wollte wie Kapern. Die kleinen Knubbel zu lösen, ist zwar etwas mühsam, aber es lohnt sich. Ich habe sie genauso wie die Blütenblätter behandelt und in einem Essigsud im Glas eingelegt.
Haltbarkeit: Das Ganze ist so lange haltbar, bis das Glas geöffnet wird. Danach muss es in den Kühlschrank. Mit der Zeit kann es etwas dunkler werden und an Geschmack verlieren, aber solange das Vakuum intakt ist, bleibt es genießbar. Für beide - Blüten und Bällchen - gilt, je höher der Säuregehalt ist, desto knackiger werden sie. Die Kügelchen sind toll im Salat oder auch in Königsberger Klopsen.
Tipp: ich habe hier die Technik des Heißeinfüllens verwendet. Vom Einkochen rate ich ab, weil die kleinen Blütenblätter dann an Struktur verlieren würden.
Hier findet Ihr weitere leckere Bärlauch-Rezepte:
Fragen und Antworten
Zuschauer: Welchen Essig nimmt man zum Einlegen?
Steffi: Solange der 5 % Säure hat, ist das egal. Nimm einen, den Du auch magst. Ich nehme z. B. gerne Apfelessig.
Spricht konservierungstechnisch etwas dagegen, die rohen Blüten oder Samen mit dem traditionellen Rezept Essig:Wasser:Zucker 1:1:1 heiß in sterilen Gläsern zu übergießen, Deckel zu, auf den Kopf drehen und langsam abkühlen lassen? Habe es schon so gemacht, ist von der Haptik her sehr attraktiv, die Gläser haben als leckere Spezialität nie lange überlebt, aber falls sie mal länger haltbar sein sollten - spricht etwas dagegen?
Die Blüten müssen auch im Kern 80 °C erreichen. Bei den kleinen Blüten kann das klappen, muss aber nicht. Also mach es einfach so, wie hier beschrieben. Das ist sicher.
Ich habe die Fruchtstände tatsächlich schon einmal wie Kapern eingelegt, aber der Knoblauch-Geschmack passte für mich nicht zu den Königsberger Klößen. Die Blüten fand ich im Öl zu Salaten köstlich. Die reifen Körnchen habe ich auch mal gesammelt und gemahlen in Senf verarbeitet. Pikant und sehr besonders!
Oh, das ist total spannend! Danke fürs Teilen!
Schmeckt auch sensationell auf Räucherlachs.
Das kann ich mir richtig gut vorstellen! Danke für den Tipp.
Ich verwende die Knospen und verarbeite sie zu Knospen-Essig, nur mit Salz und Pfeffer und mildem Essig-Gemisch.
Das klingt total lecker!
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