Hydrolytische Klassen

Glas ist ein besonders nachhaltiger Werkstoff, der sich perfekt als Verpackung für Lebensmittel eignet. Aber Glas ist nicht gleich Glas. Je nach chemischer Zusammensetzung unterscheiden sich Glassorten in ihren Eigenschaften und möglichen Einsatzgebieten. Gläser werden aufgrund ihrer Zusammensetzung in hydrolytische Klassen eingeteilt.

Der Begriff Hydrolyse setzt sich aus den griechischen Wörtern hydor (Wasser) und lysis (Lösung) zusammen und beschreibt die Reaktion von Glas mit Wasser bei 98 °C. Diese Reaktion wird unter genormten Bedingungen mit fein gemahlenem Glassand getestet.

Die wichtigsten Klassen sind Klasse 1 (Neutralglas), Klasse 2 (oberflächenverdeltes Glas) und Klasse 3 (Kalknatronglas). Je höher die Klasse, desto poröser und reaktionsfreudiger ist das Glas im Test. Das hat vor allem Auswirkungen auf die Hitzebeständigkeit.

Die wichtigsten hydrolytischen Klassen

Klasse 1: Borosilikatglas

Das sogenannte Neutralglas weist eine sehr gute thermische Beständigkeit auf und wird auch in Laboren eingesetzt. Der bekannteste Vertreter aus der hydrolytischen Klasse 1 ist wohl das Borosilikatglas. Die besondere Zusammensetzung macht das Glas besonders hart, wodurch es sich bei Hitze nur langsam ausdehnt und keine Spannungsrisse entstehen. Deshalb bestehen Teegläser, Vorratsbehälter und Auflaufformen häufig aus strapazierfähigem Borosilikatglas.

Klasse 2: oberflächenveredeltes Glas

Trinkgläser bestehen meist aus oberflächenveredeltem Kalknatronglas. Die Oberflächenveredelung sorgt für eine sehr gute hydrolytische Resistenz.

Klasse 3: Behälterglas

Behälterglas, also Marmeladengläser, Getränkeflaschen oder Gewürzgläser, bestehen aus Kalknatronglas. Dieses Glas ist feuerfest und kann auch zum Backen verwendet werden – verträgt aber keine großen Temperaturunterschiede. Behälterglas kann einfacher recycelt werden als Neutralglas und macht den größten Anteil an der Glasproduktion aus.