Saisonkalender

Obst und Gemüse werden meist unabhängig von Saison und Erntezeit das ganze Jahr angeboten. Für gut gefüllte Auslagen in Supermärkten und auf dem Wochenmarkt werden deshalb Frühkartoffeln aus Ägypten importiert, Spargel im Winter aus Mexiko eingekauft und Tomaten ganzjährig in Gewächshäusern gezüchtet. Die Folgen sind schlechte Ökobilanzen und hohe Preise für Nahrungsmittel, die eine halbe Weltreise hinter sich haben, bevor sie auf unseren Tellern landen.

Saisonal und am besten auch noch regional einzukaufen hat einige Vorteile, nicht nur für Umwelt und Natur. Kürzere Transportwege erlauben die Ernte von reifen Früchten, was zu aromatischeren Lebensmitteln führt und zudem auch noch bares Geld spart. Denn der günstigste Preis für Lebensmittel wird in der Hauptsaison, zur eigentlichen Erntezeit erzielt.

Erntekalender

Ein Saisonkalender hilft dabei, frischere und günstigere Lebensmittel auszumachen. Er zeigt an, wann welche Gemüse- oder Obstsorten erntereif sind. Es gibt Kalender, die auch Zitrusfrüchte und andere nicht heimische Obst- und Gemüsesorten auflisten. Beispielsweise der Erntekalender des Bundeszentrums für Ernährung. Wer lieber mobil mit einem Erntekalender unterwegs ist, der kann sich dort auch eine App herunterladen.

Die Erntezeit erstreckt sich dabei meist über mehrere Monate, ist aber natürlich immer auch von Niederschlag, Temperatur und den Sonnenstunden abhängig. Deshalb lohnt sich ein Blick in regional aufgeschlüsselte Erntekalender, die zwischen verschiedenen Anbauregionen unterscheiden. Ein Beispiel dafür ist der Saisonkalender von regional-saisonal.de.

In unserem Erntekalender für Einkocher finden Sie neben der Haupterntezeit für Obst und Gemüse gleich noch die passenden Rezepte für reife Saisonware.

Außerhalb der Saison: Lagerware und Importe

Obst und Gemüse muss nicht immer frisch vom Feld kommen: Kartoffeln, Äpfel und Karotten können sehr gut gelagert werden. Auch Zwiebeln und Kohl eignen sich für die Lagerung über die eigentliche Erntezeit hinaus. Dafür werden Lebensmittel gekühlt oder in CA-Lagern (Controlled Atmosphere Lager) aufbewahrt. Dort wird der für Stoffwechselprozesse notwendige Sauerstoff entzogen und CO2 zugeführt, was das Nachreifen und damit den Verderb verzögert.

Um zu entscheiden, ob es sich um heimische Lagerware oder weit gereiste Importe handelt, lohnt sich ein Blick auf die Verpackung oder das Warenschild: Bei unverarbeitetem Obst und Gemüse muss EU-weit das Herkunftsland angegeben werden. Diese Kennzeichnungspflicht gilt allerdings nicht für Kartoffeln.

Nachhaltiger kaufen: Regionale Produkte und heimisches Gemüse

Noch nachhaltiger kann man kaum konsumieren: Wer saisonale Produkte aus der Region kauft, der minimiert CO2 Emissionen beim Transport und tut damit gutes für die Umwelt. Gleichzeitig werden lokale Erzeuger und Kleinbauern unterstützt. Neben Regionalmärkten gibt es auch Plattformen, die sich Nachhaltigkeit und Transparenz Ziel gemacht haben. Ein Beispiel hierfür: Marktschwärmer. Dort findet man ausschließlich regionale Produkte, die transparent hergestellt und verkauft werden.

Wer regional und saisonal konsumiert, der muss aber keineswegs auf Vielfalt und Sortenreichtum verzichten. Saisonal kaufen und ganzjährig genießen, mit der richtigen Vorratshaltung ist das kein Problem, und das ganz ohne miserable Klimabilanz oder geschmackliche Einbußen.