Teil 5: Bewusst und nachhaltig genießen

Wie viel ist uns unser Essen wert? Laut einer Studie der Universität Stuttgart aus dem Jahr 2012 nicht allzu viel, denn jeder Deutsche wirft im Schnitt satte 81,6 kg Lebensmittel pro Jahr weg. Diese hohe Zahl kommt hauptsächlich durch fehlende Wertschätzung für Nahrungsmittel zustande: Ständige Verfügbarkeit, günstige Preise und ein Überangebot in den Läden machen uns verschwenderisch. Wir kaufen zu viel, greifen auf Großpackungen zurück und entsorgen am Ende viel zu viel. Dabei ist es gar nicht so schwer, bewusster mit Lebensmitteln umzugehen.

Bezug zum Produkt

Es muss nicht gleich ein eigener Gemüsegarten sein, aber je näher wir dem Ursprungsprodukt sind, desto mehr können wir dieses schätzen. Wer überwiegend auf verarbeitetet Lebensmittel zurückgreift und nur selten selbst kocht, der läuft nicht nur Gefahr, viele ungewollte Füll- und Konservierungsstoffe zu sich zu nehmen, sondern verliert auch das Gespür für Lebensmittel, deren Verarbeitung und Haltbarkeit.

Wie viel Fett steckt in einer Portion Bratkartoffeln? Wie viel Salz in der Tomatensuppe? Und was kann man mit überreifen Tomaten anfangen? Wer selbst kocht, weiß, was drin ist – und worauf man verzichten kann. Das führt in der Regel dazu, dass wir bewusster mit Essen umgehen, angefangen bei den Zutaten bis hin zum Verzehr. Bereits beim Einkauf werden Nahrungsmittel bewusster ausgewählt und sorgsamer verarbeitet.

Richtig Vorrat halten

Blattsalat gehört in das Gemüsefach des Kühlschranks, Bananen an einen gut belüfteten Ort, Kartoffeln mögen kein Sonnenlicht. Mit der richtigen Lagerung bleibt frisches Obst und Gemüse länger genießbar und landet eher auf dem Teller als in der Tonne.

Karotten gibt es meist abgepackt als Kiloware, ganze Kohlköpfe sind häufig zu groß für kleine Haushalte und die Zitronen im Netz setzen nach einiger Zeit Schimmel an. Ärgerlich, aber glücklicherweise vermeidbar. Die einfachste Lösung: kleinere Mengen kaufen. Und wenn das nicht möglich ist, gibt es auch eine Lösung für diejenigen, die frische Produkte nicht rechtzeitig aufbrauchen können: Einkochen, Einlegen oder Fermentieren. Mit Selbstgemachtem kann man den Überschuss aus dem Kühlschrank konservieren und monatelang haltbar machen. Praktischer Nebeneffekt: Es fällt nicht nur weniger Müll an, es spart auch noch Geld.

Weniger Fertigessen und mehr Selbstgemachtes führen zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln. Und nur was wir bewusst tun, können wir auch genießen. 
 

Alle Teile der Serie Warum Selbstgemachtes besser schmeckt und uns gut tut: